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Japanisches Curry selber machen: Kare Raisu mit Würfeln oder Roux – das einfache Rezept für daheim

Japanisches Curry selber machen: Kare Raisu mit Fertigwürfel oder eigenem Roux – mit Würfel-Vergleich, Preisen in Deutschland und Schärfegrad-Tabelle.

Japanisches Curry selber machen: Kare Raisu mit Würfeln oder Roux – das einfache Rezept für daheim

Japanisches Curry selber machen gelingt auch ohne schwer erhältliche Zutaten. Kare Raisu besteht aus einer mild-würzigen, sämigen Currysauce mit Fleisch oder Gemüse, die neben rundkörnigem Reis serviert wird.

Für die Sauce eignen sich fertige Currywürfel ebenso wie ein selbst gekochter Roux aus Butter, Mehl und Gewürzen. Die Würfel sparen Zeit, der hausgemachte Roux bietet mehr Kontrolle über Schärfe, Salz und Konsistenz.

Was ist Kare Raisu

Kare Raisu ist die japanische Aussprache von „Curry Rice“ und zählt in Japan zu den klassischen Alltagsgerichten. Anders als viele indische Currys wird die Sauce mit einem Roux gebunden und dadurch glatt, dunkel und deutlich dickflüssiger. Typisch sind Zwiebeln, Karotten, Kartoffeln sowie Rind, Schwein oder Hähnchen.

Das Gericht gelangte im 19. Jahrhundert über Großbritannien nach Japan und entwickelte dort einen eigenen Charakter. Heute wird es zu Hause, in Schulkantinen, Restaurants und spezialisierten Curryhäusern angeboten.

“Originating in India, curry came to Japan via Europe and established its own distinct local flavor.”
— S&B Foods, offizielle Einführung in japanisches Curry

Japanisches und indisches Curry: die Unterschiede

Japanisches Curry ist keine vereinfachte Kopie eines indischen Gerichts. Es gehört zur japanischen Yōshoku-Küche, in der westlich beeinflusste Speisen an lokale Essgewohnheiten angepasst wurden.

MerkmalJapanisches CurryViele indische Currys
KonsistenzDick, glatt und sämigJe nach Gericht flüssig bis trocken
BindungRoux aus Fett und MehlZwiebeln, Tomaten, Nüsse, Joghurt oder Sahne
GeschmackMild, herzhaft und leicht süßHäufig intensiver gewürzt und schärfer
GewürzeMeist fertiges Currypulver oder RouxHäufig individuell kombinierte Gewürze
GemüseKartoffeln, Karotten, ZwiebelnStark von Region und Rezept abhängig
BeilageJapanischer RundkornreisBasmati, Chapati, Naan oder andere Beilagen

Zutaten für japanisches Curry für vier Personen

Die folgenden Mengen ergeben vier große Portionen. Bei fertigen Currywürfeln hat die Wasserangabe auf der Verpackung Vorrang, weil sich Zusammensetzung und Bindekraft je nach Hersteller unterscheiden.

ZutatMenge
Hähnchenschenkel ohne Knochen450 g
Zwiebeln2 große, etwa 350 g
Kartoffeln350 g
Karotten200 g
Knoblauch1 Zehe
Ingwer10 g
Pflanzenöl1 EL
Wasser oder ungesalzene Brühenach Packungsangabe oder etwa 700 ml
Currywürfel90–115 g
Japanischer Rundkornreis300 g
Wasser für den Reisnach Packungsangabe
Salz und Pfeffernach Bedarf

Statt Hähnchen eignen sich Rinderschulter, Schweinenacken, Tofu, Seitan oder feste Pilze. Rindfleisch benötigt eine längere Schmorzeit, während Tofu erst gegen Ende hinzugefügt werden sollte.

Currywürfel oder selbstgemachter Roux

Japanisches Curry mit Würfeln ist unkompliziert und liefert ein gleichmäßiges Ergebnis. Fertiger Roux enthält normalerweise Mehl, Fett, Gewürze, Salz und weitere Würzzutaten; Menschen mit Allergien sollten deshalb die Zutatenliste kontrollieren.

KriteriumCurrywürfelHausgemachter Roux
ArbeitszeitSehr geringEtwa 15 Minuten zusätzlich
GeschmackKonstanter MarkengeschmackIndividuell anpassbar
SalzgehaltBereits festgelegtFrei dosierbar
SchärfeVorgegebene StufePräzise steuerbar
KonsistenzEinfach und zuverlässigAbhängig von Röstzeit und Menge
Geeignet fürSchnelle AlltagskücheBewusstes Würzen und Allergenkontrolle

Fertige Würfel sind für den ersten Versuch die sicherere Wahl. Wer bereits mit Mehlschwitzen umgehen kann, erhält mit selbstgemachtem Roux eine aromatischere und weniger standardisierte Sauce.

Kare Raisu mit Currywürfeln zubereiten

House Foods empfiehlt, Fleisch und Gemüse zuerst anzubraten, anschließend weich zu kochen und den Roux bei ausgeschalteter Hitze aufzulösen. Erst danach wird das Curry bei kleiner Hitze fertig gegart.

“You can make Japanese-style curry in 4 simple steps.”
— House Foods, offizielle Anleitung für japanisches Curry

  1. Hähnchen in mundgerechte Stücke schneiden und leicht salzen. Zwiebeln in Streifen, Karotten und Kartoffeln in etwa drei Zentimeter große Stücke schneiden.
  2. Öl in einem breiten Topf erhitzen und das Hähnchen rundherum anbraten. Herausnehmen und vorübergehend beiseitestellen.
  3. Zwiebeln bei mittlerer Hitze acht bis zehn Minuten braten. Fein geriebenen Ingwer und Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten.
  4. Fleisch, Karotten und Kartoffeln in den Topf geben. Wasser nach Packungsangabe angießen und alles 15 bis 20 Minuten sanft kochen.
  5. Den Topf vom Herd nehmen. Currywürfel zerteilen, portionsweise einrühren und vollständig auflösen.
  6. Das Curry erneut auf kleine Hitze stellen. Acht bis zehn Minuten unter regelmäßigem Rühren köcheln lassen, bis die Sauce bindet.

Das Auflösen ohne direkte Hitze verhindert, dass der Roux am Topfboden verklumpt oder anbrennt. Besonders gegen Ende muss regelmäßig gerührt werden, weil die Sauce schnell dicker wird.

Curry-Roux selber machen

Wer Curry-Roux selber machen möchte, benötigt weder spezielle Geräte noch exotische Bindemittel. Butter und Mehl bilden die Basis, während Currypulver, Garam Masala und Chili das Gewürzprofil bestimmen.

Zutaten für den Roux

ZutatMenge
Butter oder neutrales Pflanzenfett45 g
Weizenmehl Type 40545 g
Mildes Currypulver1½ EL
Garam Masala1 TL
Gemahlener Kreuzkümmel½ TL
Cayennepfeffer1 Prise
Schwarzer Pfeffer¼ TL

Roux richtig rösten

Butter bei mittlerer bis kleiner Hitze schmelzen und das Mehl mit einem Schneebesen einarbeiten. Die Mischung acht bis zwölf Minuten unter ständigem Rühren rösten, bis sie haselnussbraun wird und leicht nussig riecht. Eine zu helle Mehlschwitze schmeckt mehlig, während ein verbrannter Roux bitter wird.

Den Topf vom Herd ziehen und Currypulver, Garam Masala, Kreuzkümmel sowie Cayennepfeffer einrühren. Zwei Kellen heiße Kochflüssigkeit hinzufügen und die Mischung glatt rühren. Anschließend den Roux portionsweise in das gegarte Curry geben und fünf bis zehn Minuten sanft köcheln lassen.

So bekommt das Curry mehr Tiefe

Ein gutes japanisches Curry Rezept verbindet Würze, Süße, Salz, Säure und Umami. Zusätze sollten sparsam dosiert werden, damit das Curry nicht nach einer undefinierbaren Gewürzmischung schmeckt.

Gewünschter EffektGeeignete ZutatMenge für vier Portionen
Natürliche SüßeGeriebener Apfel2–3 EL
Fruchtige SüßeHonig1 TL
UmamiSojasauce1–2 TL
Würzige SäureWorcestersauce1–2 TL
Dunklere RöstaromenUngesüßtes Kakaopulver¼ TL
Leichte BitterkeitInstantkaffee1 kleine Prise
Mehr SchärfeCayenne oder Shichimi Togarashinach Geschmack

Pro Curry genügen ein süßer und ein herzhafter Zusatz. Apfel wird mit den Zwiebeln gegart, Soja- oder Worcestersauce erst während der letzten Minuten eingerührt.

Welcher Reis passt zu japanischem Curry

Traditionell wird japanischer Rundkornreis verwendet, dessen leicht klebrige Körner die dicke Sauce gut aufnehmen. Sushi-Reis eignet sich ebenfalls, sollte aber nicht mit Essig, Zucker oder Salz gewürzt werden.

Den Reis mehrmals mit kaltem Wasser waschen, bis das Wasser nur noch leicht trüb ist. Anschließend nach Packungsangabe kochen und zehn Minuten mit geschlossenem Deckel ruhen lassen. Lockerer Basmatireis funktioniert technisch, verändert aber das typische Mundgefühl von Kare Raisu.

Varianten mit Katsu, Gemüse oder Tofu

Kare Raisu mit Hähnchen ist die unkomplizierteste Variante, doch die Grundsauce lässt sich leicht anpassen. Kartoffeln sollten bei längeren Garzeiten später in den Topf kommen, damit sie nicht vollständig zerfallen.

  • Katsu Curry: Curry mit paniertem Schweine- oder Hähnchenschnitzel servieren.
  • Beef Curry: Rinderschulter 60 bis 90 Minuten schmoren, danach Gemüse hinzufügen.
  • Vegetarisches Curry: Shiitake, Champignons, Kürbis und Aubergine verwenden.
  • Veganes Curry: Butter durch Pflanzenfett ersetzen und auf tierische Bestandteile im Fertigroux achten.
  • Curry Udon: Sauce mit Brühe verdünnen und mit dicken Udon-Nudeln servieren.
  • Baked Curry: Reis und Curry mit Käse im Ofen überbacken.

Als Beilage passen Fukujinzuke, eingelegter Ingwer oder Rakkyo-Zwiebeln. Ein weich gekochtes Ei sorgt zusätzlich für Cremigkeit.

Häufige Fehler bei der Zubereitung

Zu viel Wasser ist die häufigste Ursache für dünnes Curry. Besonders bei Würfeln sollte die Packungsangabe eingehalten und zusätzliche Flüssigkeit erst nach dem vollständigen Auflösen ergänzt werden.

  • Currywürfel nicht in stark kochende Flüssigkeit werfen.
  • Roux nicht bei hoher Hitze rösten.
  • Gewürzpulver nur kurz erhitzen, damit es nicht verbrennt.
  • Kartoffeln und Karotten annähernd gleich groß schneiden.
  • Die fertige Sauce bei kleiner Hitze regelmäßig umrühren.
  • Zu salzige Sauce nicht mit weiterem Roux korrigieren, sondern mit ungesalzener Flüssigkeit und Gemüse strecken.

Ist die Sauce zu dünn, sollte sie einige Minuten ohne Deckel köcheln. Ist sie zu dick, wird heißes Wasser esslöffelweise eingerührt.

Aufbewahren und wieder aufwärmen

Curry und Reis sollten nicht stundenlang bei Zimmertemperatur stehen. Reste gehören zügig in flache Behälter und nach dem Abkühlen in den Kühlschrank; Reis und Sauce werden am besten getrennt aufbewahrt. Beim Aufwärmen muss die gesamte Portion vollständig durcherhitzt werden.

Kartoffeln verändern nach dem Einfrieren häufig ihre Konsistenz und werden krümelig. Wer das Curry einfrieren möchte, kann Kartoffeln weglassen oder vor dem Einfrieren herausnehmen. Die gekühlte Sauce sollte innerhalb weniger Tage verbraucht werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie scharf ist japanisches Curry?

Japanisches Curry ist meistens milder als viele indische oder thailändische Currys. Fertiger Roux wird häufig in den Stufen mild, medium und hot verkauft.

Wo kann man japanische Currywürfel kaufen?

Currywürfel sind in Asia-Supermärkten und spezialisierten Onlineshops erhältlich. Bekannte Produktlinien stammen unter anderem von S&B Foods und House Foods.

Kann man Currypulver statt Currywürfeln verwenden?

Currypulver allein ersetzt keinen Würfel, weil Bindemittel, Fett und Salz fehlen. Es muss mit einem Roux aus Butter oder Öl und Mehl kombiniert werden.

Warum werden die Currywürfel bei ausgeschalteter Hitze eingerührt?

Ohne starkes Kochen lösen sie sich gleichmäßiger auf und setzen weniger schnell am Topfboden an. Danach wird die Sauce bei niedriger Temperatur fertig gekocht.

Welche Kartoffeln eignen sich für Kare Raisu?

Vorwiegend festkochende oder festkochende Kartoffeln behalten ihre Form am besten. Mehligkochende Sorten zerfallen schneller und können die Sauce ungleichmäßig verdicken.

Kann man japanisches Curry am Vortag kochen?

Ja, nach einer Nacht im Kühlschrank wirkt der Geschmack häufig runder. Das Curry muss schnell abgekühlt, gekühlt gelagert und beim Servieren vollständig erhitzt werden.

Was serviert man zu Kare Raisu?

Neben Rundkornreis passen Fukujinzuke, Rakkyo, eingelegter Ingwer, Ei oder knuspriges Katsu. Für ein ausgewogenes Menü genügt dazu ein einfacher Kohl- oder Gurkensalat.

Zur Person

Yuki Albrecht

Yuki Albrecht schreibt bei Japanzeit vor allem über Japanische Küche, Japanische Sprache und Namen & Schriftzeichen. Bisher 25 veröffentlichte Artikel. Wie wir recherchieren, Quellen angeben und Fehler korrigieren, steht in unseren Redaktionsprinzipien.

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