Wer den JLPT N5 bestehen will, muss grundlegende japanische Sätze lesen, häufige Wörter und Kanji erkennen sowie langsam gesprochene Alltagsdialoge verstehen. Zehn Wochen reichen für eine gezielte Prüfungsvorbereitung, wenn bereits Hiragana und Katakana teilweise bekannt sind oder täglich mindestens 90 bis 120 Minuten zur Verfügung stehen.
Der Plan verbindet Wortschatz, Kanji und Grammatik von Beginn an mit Lesen und Hörverstehen. Reines Auswendiglernen genügt nicht, denn im Test müssen bekannte Elemente unter Zeitdruck in kurzen Dialogen, Anzeigen und Texten erkannt werden.
Was beim JLPT N5 tatsächlich geprüft wird
Der Japanese-Language Proficiency Test umfasst fünf Stufen. N5 ist die niedrigste Stufe, verlangt aber mehr als die Kenntnis einzelner Begrüßungen oder Schriftzeichen.
“The easiest level is N5 and the most difficult level is N1.”
— Offizielle JLPT-Levelbeschreibung
Nach der offiziellen Definition sollen Prüflinge typische Ausdrücke und Sätze in Hiragana, Katakana und einfachen Kanji lesen können. Beim Hörverstehen geht es um kurze, langsam gesprochene Gespräche aus Alltag und Unterricht.
| Prüfungsabschnitt | Dauer | Typische Aufgaben |
|---|---|---|
| Sprachwissen: Schrift und Wortschatz | 20 Minuten | Kanji-Lesungen, Schreibweisen, Wortbedeutungen |
| Grammatik und Lesen | 40 Minuten | Satzbau, Partikel, Lückentexte, kurze Lesetexte |
| Hörverstehen | 30 Minuten | Dialoge, passende Reaktionen, gezielte Informationen |
| Gesamtdauer | 90 Minuten | Ohne organisatorische Pausen |
Sprechen und Schreiben werden nicht separat getestet. Das bedeutet jedoch nicht, dass produktives Üben nutzlos ist: Eigene Sätze festigen Grammatik und Wortschatz schneller.
Welche Punktzahl zum Bestehen notwendig ist
Für N5 können insgesamt 180 Punkte erreicht werden. Zum Bestehen sind mindestens 80 Gesamtpunkte notwendig, gleichzeitig gelten Mindestwerte für beide Bewertungsbereiche.
| Bewertungsbereich | Maximalpunktzahl | Mindestpunktzahl |
|---|---|---|
| Wortschatz, Grammatik und Lesen | 120 | 38 |
| Hörverstehen | 60 | 19 |
| Gesamt | 180 | 80 |
“If there is even one scoring section where the score is below the sectional pass mark, examinees are determined to have failed.”
— Offizielle JLPT-Regeln zur Bewertung
Eine starke Leseleistung gleicht ein zu schwaches Hörverstehen daher nicht vollständig aus. Wer einen Pflichtabschnitt versäumt, gilt ebenfalls als durchgefallen.
Die JLPT-Ergebnisse sind skalierte Werte und keine einfache Summe richtiger Antworten. Laut der offiziellen Erklärung zum Punktesystem werden Antwortmuster mithilfe statistischer Verfahren ausgewertet.
Das realistische Lernziel für zehn Wochen
Die Prüfungsorganisation veröffentlicht keine verbindliche Liste mit einer exakt festgelegten Zahl an N5-Wörtern oder Kanji. Als praktisches Arbeitsziel eignen sich etwa 700 bis 900 Wörter, 80 bis 120 grundlegende Kanji und die zentralen Grammatikmuster der Anfängerstufe.

“The ability to understand some basic Japanese.”
— Offizielle Beschreibung des N5-Niveaus
Diese Zielwerte sind keine Zulassungsvoraussetzungen. Entscheidend ist, ob Wörter und Schriftzeichen in unterschiedlichen Aufgabenformaten erkannt werden.
Bis zum Ende der zehnten Woche sollte der Lernende:
- Hiragana und Katakana ohne Umschrift lesen;
- rund 800 häufige Wörter aktiv erkennen;
- etwa 100 grundlegende Kanji in Wörtern lesen;
- Verben und Adjektive in Gegenwart und Vergangenheit verstehen;
- zentrale Partikel sicher unterscheiden;
- kurze Alltagstexte ohne vollständige Übersetzung erfassen;
- langsam gesprochene Dialoge nach Situation und Absicht verstehen;
- alle drei Testteile innerhalb der offiziellen Zeit bearbeiten.
Der tägliche Lernrhythmus
Der JLPT-N5-Lernplan funktioniert am zuverlässigsten mit sechs Lerntagen und einem freien oder leichten Wiederholungstag pro Woche. Kürzere tägliche Einheiten bringen mehr als ein einzelner langer Lerntag am Wochenende.
| Aufgabe | Zeit pro Tag | Konkretes Ziel |
|---|---|---|
| Wortschatz wiederholen | 15 Minuten | Alte Karten aktiv abrufen |
| Neue Wörter lernen | 15 Minuten | 12 bis 15 Wörter im Kontext |
| Kanji üben | 15 Minuten | Bedeutung, Lesung und Beispielwort |
| Grammatik bearbeiten | 25 Minuten | Ein bis zwei Muster mit eigenen Sätzen |
| Lesen | 10–15 Minuten | Dialog, Anzeige oder Kurztext |
| Hören | 15–20 Minuten | Erst ohne, danach mit Transkript |
| Fehlerprotokoll | 5 Minuten | Ursache jedes Fehlers notieren |
An fünf Tagen werden neue Inhalte gelernt. Der sechste Tag dient einem Wochentest, der siebte bleibt frei oder wird für lockeres Hören genutzt.
Woche 1: Kana automatisieren und Satzgrundlagen aufbauen
In der ersten Woche müssen Hiragana und Katakana so sicher werden, dass keine lateinische Umschrift mehr erforderlich ist. Parallel kommen einfache Nominalsätze und etwa 70 Alltagswörter hinzu.
Lerninhalte:
- Hiragana und Katakana einschließlich Kombinationen wie きゃ, しゅ und ちょ;
- lange Vokale, kleines っ und Katakana-Längungszeichen;
- です, ではありません, でした und ではありませんでした;
- Partikel は, も und の;
- Fragewörter wie だれ, なに, どこ und いつ;
- zehn Kanji für Zahlen und Zeit;
- Wortfelder: Person, Land, Sprache, Beruf und Unterricht.
Am Wochenende sollte ein einfacher Selbstvorstellungstext ohne Rōmaji gelesen werden. Jedes langsame Entziffern einzelner Kana zeigt, wo noch automatisiert werden muss.
Woche 2: Verben, Partikel und Tagesablauf
Die zweite Woche führt die höfliche Verbform auf ます ein. Hinzu kommen etwa 80 Wörter zu Alltag, Orten, Verkehr und Uhrzeiten sowie zehn bis zwölf neue Kanji.
Schwerpunkte:
- ます, ません, ました und ませんでした;
- Partikel を für das Objekt;
- に und へ für Ziel und Zeitpunkt;
- で für Ort und Mittel einer Handlung;
- tägliche Verben wie gehen, kommen, essen, trinken und lernen;
- Uhrzeit, Wochentage und Tagesabschnitte;
- kurze Dialoge über Tagesabläufe.
Verben sollten nicht isoliert, sondern als Verbindung gelernt werden: ごはんを食べます, 学校へ行きます, 七時に起きます. So wird gleichzeitig die Verwendung der Partikel trainiert.
Woche 3: Adjektive, Vergangenheit und Beschreibungen
Jetzt werden い-Adjektive und な-Adjektive eingeführt. Das Wochenziel umfasst rund 85 neue Wörter und zwölf Kanji aus den Bereichen Eigenschaften, Wetter, Farben und Umgebung.
Zu üben sind:
- おいしいです und おいしくないです;
- しずかです und しずかではありません;
- Vergangenheitsformen beider Adjektivtypen;
- この, その, あの und どの;
- ここ, そこ, あそこ und どこ;
- Verbindungen mit とても und あまり;
- Beschreibungen von Orten, Speisen und Personen.
Am Ende der Woche sollte ein kurzer Text über eine Stadt oder Wohnung geschrieben werden. Anschließend wird geprüft, ob jedes Adjektiv korrekt verneint und in die Vergangenheit gesetzt werden kann.
Woche 4: Zahlen, Zähler und て-Form
Die vierte Woche ist grammatisch dichter und benötigt gegebenenfalls zusätzliche Wiederholungszeit. Rund 85 Wörter und zwölf Kanji kommen hinzu.
Zentrale Themen:
- Bildung der て-Form nach Verbgruppen;
- Aufforderungen mit てください;
- Erlaubnis mit てもいいです;
- Verbot mit てはいけません;
- laufende Handlungen mit ています;
- Zahlen, Preise, Alter und Datum;
- häufige Zähler für Menschen, flache Dinge, Maschinen und kleine Gegenstände.
Die て-Form sollte täglich laut gebildet werden. Eine Mischung aus Erkennen, Schreiben und Sprechen verhindert, dass sie nur passiv verstanden wird.
Woche 5: Existenz, Position und Wohnung
In Woche fünf stehen あります und います im Mittelpunkt. Etwa 90 neue Wörter behandeln Wohnung, Stadt, Familie und räumliche Beziehungen.
Geübt werden:
- あります für unbelebte Dinge;
- います für Menschen und Tiere;
- Ortsangaben mit 上, 下, 中, 前, 後ろ und となり;
- 〜に〜があります beziehungsweise います;
- Besitz und Zugehörigkeit mit の;
- Einladungen mit ませんか;
- Vorschläge mit ましょう.
Eine gute Übung ist die Beschreibung eines Zimmers anhand eines Fotos. Dabei sollten Position, Gegenstand und passendes Existenzverb korrekt kombiniert werden.
Woche 6: Wünsche, Vorlieben und Vergleiche
Die sechste Woche erweitert die Ausdrucksmöglichkeiten für persönliche Entscheidungen. Geplant sind etwa 90 Wörter sowie zwölf weitere Kanji.
Lernstoff:
- Vorlieben mit 好き und きらい;
- Fähigkeiten mit 上手 und 下手;
- Wünsche mit 〜がほしいです;
- Handlungswünsche mit 〜たいです;
- Vergleiche mit より und ほうが;
- höchste Präferenz mit いちばん;
- Begründungen mit から;
- Wortfelder: Freizeit, Einkaufen, Reisen und Essen.
Kurze Multiple-Choice-Aufgaben sollten bereits unter Zeitdruck gelöst werden. Nach jeder falschen Antwort wird notiert, ob Wortschatz, Grammatik oder ungenaues Lesen die Ursache war.
Woche 7: Einfache Formen und Satzverbindungen
In Woche sieben werden höfliche Formen mit den grundlegenden einfachen Verbformen verbunden. Rund 90 neue Wörter und zehn bis zwölf Kanji ergänzen den bisherigen Bestand.
Schwerpunkte:
- Wörterbuchform;
- einfache negative Form auf ない;
- einfache Vergangenheit auf た;
- Verbindung von Handlungen;
- 〜前に und 〜後で;
- Häufigkeit mit いつも, よく, ときどき und あまり;
- Grundmuster mit と思います, sofern sie im verwendeten Lehrwerk behandelt werden.
Die Formen müssen vor allem erkannt werden. Für N5 ist schnelles Verstehen wichtiger als die Fähigkeit, längere freie Gespräche zu führen.
Woche 8: Lesen und Hören systematisch verbinden
Ab Woche acht wird der Anteil neuer Grammatik reduziert. Die Arbeit konzentriert sich auf etwa 80 zusätzliche Wörter, die Wiederholung aller Kanji und vollständige Aufgabenblöcke.
Geeignete Materialien sind:
- kurze E-Mails und Nachrichten;
- Öffnungszeiten und Hinweisschilder;
- einfache Fahrpläne;
- Dialoge über Einkäufe und Termine;
- Beschreibungen von Personen und Orten;
- offizielle JLPT-Beispielfragen für N5.
Beim Hören wird eine Aufnahme zuerst ohne Transkript bearbeitet. Danach werden unbekannte Wörter geprüft, die Aufnahme erneut gehört und der entscheidende Hinweis im Dialog markiert.
Woche 9: Prüfungssimulation und Fehleranalyse
In der neunten Woche werden nur noch gezielt fehlende Wörter aufgenommen. Mindestens zwei vollständige Modelltests sollten unter realistischen Zeitbedingungen absolviert werden.
Das Fehlerprotokoll wird nach Kategorien sortiert:
| Fehlerart | Typische Ursache | Korrektur |
|---|---|---|
| Kanji-Lesung | Zeichen nur isoliert gelernt | Kanji mit zwei Beispielwörtern wiederholen |
| Wortwahl | Ähnliche Begriffe verwechselt | Kontrastsätze erstellen |
| Partikel | Satzfunktion nicht erkannt | Verb und Satzmuster gemeinsam lernen |
| Lesetext | Zu viel übersetzt | Frage zuerst lesen, Schlüsselstellen markieren |
| Hörverstehen | An unbekanntem Wort hängen geblieben | Auf Ort, Person, Zeit und Handlung achten |
| Zeitproblem | Einzelne Aufgabe zu lange bearbeitet | Markieren, weitergehen, später zurückkehren |
Das Ziel ist keine perfekte Quote. Als Sicherheitsniveau sollten Modelltests stabil deutlich über der Bestehensgrenze liegen.
Woche 10: Wiederholen statt überladen
In der letzten Woche werden keine großen neuen Themen begonnen. Zwei Prüfungssimulationen reichen; dazwischen werden Schwachstellen, häufige Partikel und das persönliche Fehlerheft wiederholt.
Der Ablauf:
- Montag: Wortschatz und Kanji nach Fehlerhäufigkeit.
- Dienstag: Grammatik und Satzreihenfolge.
- Mittwoch: vollständiger Modelltest.
- Donnerstag: Auswertung und leichtes Hörtraining.
- Freitag: zweiter Modelltest oder einzelne Problemblöcke.
- Samstag: kurze Wiederholung, keine Marathonsitzung.
- Prüfungstag: rechtzeitig erscheinen und jeden Abschnitt vollständig ablegen.
Am letzten Abend sind Schlaf und organisatorische Vorbereitung wertvoller als 100 neue Vokabelkarten. Unsicheres Zusatzwissen verdrängt sonst bereits gefestigte Strukturen.
Wortschatz und Kanji richtig lernen
Der JLPT-N5-Wortschatz sollte mit Beispielsätzen, Audio und wiederholtem Abruf gelernt werden. Eine Karte mit bloßer Übersetzung zeigt nicht, ob ein Wort im Satz erkannt wird.

Für N5-Kanji eignet sich dieses Kartenformat:
- Vorderseite: 学校;
- Rückseite: がっこう – Schule;
- Einzelzeichen: 学 – lernen, 校 – Schule;
- Beispielsatz: 学校へ行きます;
- Audio oder eigene Aussprachekontrolle.
Nicht jede mögliche Lesung eines Kanji muss sofort gelernt werden. Vorrang haben Lesungen, die in häufigen N5-Wörtern tatsächlich vorkommen.
Grammatik ohne Regellisten festigen
Die JLPT-N5-Grammatik wird am effektivsten in kontrastierenden Beispielen trainiert. Ähnliche Strukturen müssen bewusst nebeneinandergestellt werden.
Beispiele:
- 学校に行きます – Ziel;
- 学校で勉強します – Handlungsort;
- 七時に起きます – Zeitpunkt;
- バスで行きます – Verkehrsmittel;
- 本を読みます – direktes Objekt.
Zu jedem neuen Muster genügen zunächst drei eigene Sätze. Danach sollte es in kurzen Testaufgaben und Lesetexten wiedererkannt werden.
Hörverstehen als tägliche Pflicht
Das JLPT-N5-Hörverstehen darf nicht auf die letzten beiden Wochen verschoben werden. Schon 15 Minuten täglich sind wirksamer als eine lange Sitzung kurz vor der Prüfung.
Beim Hören helfen vier Fragen:
- Wer spricht?
- Wo findet das Gespräch statt?
- Was soll getan werden?
- Wann oder in welcher Reihenfolge geschieht es?
Antwortmöglichkeiten und Bilder sollten vor Beginn des Dialogs schnell geprüft werden. Wird ein Wort nicht verstanden, bleibt der Fokus auf Zahlen, Zeitangaben, Verneinungen und der abschließenden Entscheidung.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein kompletter Anfänger JLPT N5 in zehn Wochen schaffen?
Es ist möglich, aber anspruchsvoll. Ohne Kana- und Grammatikkenntnisse sollten täglich eher zwei Stunden sowie regelmäßige Wiederholungen eingeplant werden.
Wie viele Wörter braucht man für JLPT N5?
Es gibt keine offizielle verbindliche Wortliste. Als praktisches Lernziel gelten etwa 700 bis 900 häufige Wörter.
Wie viele Kanji sollte man lernen?
Ein Arbeitsziel von ungefähr 80 bis 120 grundlegenden Kanji ist sinnvoll. Wichtiger als die isolierte Anzahl ist das Erkennen der Zeichen in häufigen Wörtern.
Reichen 80 Gesamtpunkte automatisch zum Bestehen?
Nein. Zusätzlich müssen mindestens 38 Punkte im kombinierten Sprach- und Lesebereich sowie 19 Punkte im Hörverstehen erreicht werden.
Muss man beim JLPT N5 Japanisch sprechen?
Nein, es gibt keinen eigenen mündlichen Prüfungsteil. Geprüft werden Sprachwissen, Lesen und Hörverstehen.
Darf ein Wörterbuch verwendet werden?
Nein. Wörterbücher, Smartphones und andere Hilfsmittel dürfen während des Tests nicht benutzt werden.
Was sollte man am Tag vor der Prüfung lernen?
Nur bekannte Wörter, Kanji, Partikel und persönliche Fehlerlisten wiederholen. Neue Grammatikthemen oder große Vokabelpakete bringen kurz vor dem Test wenig Nutzen.

